III. Der Nachtmensch und der Tagesmensch. In Das Reine Denken Kann Das Ich-Wesen Hineingeschoben Werden
Dringend notwendig ist es, in dieser Phase der Anthroposophischen Gesellschaft gerade über diese Dinge zu sprechen, denn diese Dinge fangen an, in der allergründlichsten Weise mißverstanden zu werden. Zu diesem Zwecke lassen Sie mich heute ein paar Rückblicke machen auf die Art und Weise, wie die Anthroposophische Gesellschaft geworden ist. Sehen Sie, sie ist durchaus nicht dadurch geworden, daß sie das gesucht hat, sondern dadurch, daß es sich aus den Lebensverhältnissen heraus ergeben hat; sie ist geworden, indem sie im Beginne unseres Jahrhunderts in einer gewissen losen, äußerlichen Verbindung mit der Theosophischen Gesellschaft war. Diese Theosophische Gesellschaft, sie hat im wesentlichen sich immer bemüht, alte Einweihungsprinzipien in die Gegenwart hereinzutragen. Das Schicksal hat es so gefügt, daß gerade innerhalb theosophischer Kreise zunächst von Anthroposophie gesprochen werden konnte. Ich habe die Gründe dafür öfter auseinandergesetzt, und ich will sie heute nicht wiederholen. Angedeutet habe ich sie ja in dem ersten Aufsatz, den ich geschrieben habe in der Serie: «Das Goetheanum in seinen zehn Jahren» [in GA 36].
Cite:
GA 221/1923-02-04/p021 · edition original