VI. Der unsichtbare Mensch in uns. Das der Therapie zugrunde liegende Pathologische
So können wir richtig verfolgen, wenn wir überall wissen, was vom Geistigen in irgendeiner Substanz, die wir aufnehmen, enthalten ist — und am besten ist das ja immer an den Pflanzen zu studieren -, wie eine solche Substanz im menschlichen Organismus wirkt. Es muß sich eben vereinen mit einer richtigen Erkenntnis der äußeren Natur. Wir müssen wissen, was in den einzelnen Pflanzen lebt und werden-dann auch wissen, wie die einzelnen Pflanzen zum Beispiel in Diätverordnungen auf den Menschen wirken, und wir werden etwas damit erreichen, wenn man zu gleicher Zeit einen solchen sozialen Zustand herbeiführt, daß die Sachen auch wirklich vollzogen werden können. Heute ist man ja, wenn man irgend etwas auch weiß, zumeist in der Lage, daß es nicht beschafft werden kann, weil unsere sozialen Zustände gar nicht angepaßt sind den Erkenntnissen der Natur. Die Erkenntnisse der Natur werden abgezogen, abstrakt getrieben. Da kommt man nicht dazu, das wirkliche Drinnenstehen des Menschen im ganzen Universum zu erfassen. Man kommt nicht dazu, in größerem Umfange wirklich etwas so ausführen zu können, daß man sich zum Beispiel sagt: Da hat man einen Menschen, für den ist es notwendig, daß man ihm diese oder jene Pflanzenstoffe in diesem oder jenem Rhythmus beibringt. Ja, damit das in umfassender Weise geschehen kann, muß eben unsere wissenschaftliche Medizin einen anderen Charakter annehmen. Man muß verbinden die äußeren Einrichtungen im ganzen sozialen Leben mit demjenigen, was man wissen kann über die Beziehungen des Menschen zur umgebenden Natur.
Cite:
GA 221/1923-02-11/p034 · edition original