Erster Vortrag
Wenn heute der Mensch darüber nachdenkt, wie er sich selber auf der Erde entwickelt hat, dann kommt er — im Sinne seiner materialistischen Weltauffassung - dazu, die jetzige, in einem gewissen Sinne relativ vollkommenere Menschengestalt auf unvollkommenere Gestalten, auf physisch-tierische Vorfahren, immer weiter und weiter zurückzuführen. Man kommt dadurch eigentlich von dem jetzigen Menschen, der in der Lage ist, sein eigenes Wesen innerlich seelisch-geistig zu erleben, zu viel materielleren Geschöpfen, von denen der Mensch abstammen solle, die dem materiellen Dasein eben viel näher standen. Man nimmt an, daß sich die Materie allmählich immer mehr und mehr zu einem Erleben des Geistigen heraufentwickelt habe. So war die Anschauung einer verhältnismäßig noch kurz zurückliegenden Zeit nicht, sie war gegenüber dieser Anschauung eigentlich geradezu umgekehrt. Wenn noch im 18. Jahrhundert diejenigen Menschen, die damals - viele waren das ja auch noch nicht - nicht angefressen waren von materialistischer Anschauung, von materialistischer Gesinnung, mit dem Seelenblick zurückschauten in die Vorzeit der Menschheit, dann sahen sie nicht auf weniger menschliche Wesen als ihre Vorfahren hin, sondern sie sahen auf geistigere Wesen hin, als es der Mensch selber ist. Sie sahen auf Wesen hin, denen die Geistigkeit so eigen war, daß diese Wesen noch nicht einen physischen Leib annahmen in dem Sinne, wie es der Mensch heute auf der Erde - die übrigens auch noch nicht in diesen älteren Zeiten vorhanden war tut. Wenn sie auf die Menschheit zurückschauten, schauten sie hin auf Wesenheiten, die in einer höheren, geistigeren Art lebten, und die, wenn ich mich grob ausdrücken darf, einen Leib von viel dünnerer, mehr geistiger Substanz hatten. In diese Sphäre, von der die Menschen da sprachen, versetzte man noch nicht hinein Wesen von der Art des heutigen Menschen, sondern höherstehende Wesen mit höchstens einem ätherischen Leib, nicht mit einem physischen Leib, Wesen, die gewissermaßen die Menschenvorfahren sein sollten. Man schaute zurück in eine Zeit, in der auch noch nicht die sogenannten höheren Tiere da waren, in der höchstens diejenigen Tiere da waren, die man heute wie in ihren Nachkommen in den gallertartigen Tieren der Meere findet. Das war sozusagen auf dem Vorfahr der Erde als unter dem Menschen stehendes Tierreich vorhanden; darüber ein Reich, das, wie gesagt, nur Wesen hatte in höchstens einem ätherischen Leib. Das was wir heute aufzählen im Sinne meiner «Geheimwissenschaft im Umriß» als die Wesen der höheren Hierarchien, würde in anderer Form heute noch das sein, was dazumal in einer gewissen Beziehung als Vorfahrenschaft des Menschen gedacht worden ist.
Cite:
GA 223/1923-09-27/p007 · edition original