Erster Vortrag

GA 223/1923-09-27/p020 ·1923-09-27 · original (original)
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Solche Wendung des Gedankens war nicht von jener Abstraktheit, in der man heute oftmals so gerne spricht. Heute liebt man es, mit möglichst kurzmaschigen Gedanken auszukommen. Man sagt: Nun ja, früher haben die Menschen ein solches Ereignis wie den Streit Michaels mit dem Drachen eben nach außen verlegt. Im Verlaufe der Entwickelung ist die Menschheit innerlicher geworden, und jetzt wird daher ein solches Ereignis nur noch im Inneren geschaut. -— Man braucht diejenigen wahrhaftig nicht zu beneiden, die bei diesen Abstraktionen stehenbleiben können, aber den Gang der Weltgeschichte der menschlichen Gedanken treffen diese Leute ganz gewiß nicht. Denn so, wie ich es jetzt dargestellt habe, geschah es, daß der äußere kosmische Streit des Michael mit dem Drachen in die innere menschliche Wesenheit hineinversetzt wurde, weil der Drache nur noch in der Menschennatur seinen Platz finden konnte. Damit aber war gerade in das Michael-Problem hineingelegt das Aufkeimen der menschlichen Freiheit, denn der Mensch wäre rein zum Automaten geworden, wenn der Kampf in ihm sich ebenso fortgesetzt hätte, wie er früher draußen war. Indem der Kampf in das Innere des Menschen verlegt wurde, wurde er, gewissermaßen äußerlich abstrakt genommen, ein Kampf der höheren gegen die niedere Natur im Menschen. Aber er konnte für das menschliche Bewußtsein nur diejenige Form annehmen, welche die Menschen zum Aufschauen nach der Gestalt des Michael in den übersinnlichen Welten hinleitete. Und im Grunde genommen gab es noch im 18. Jahrhundert zahlreiche Anleitungen für die Menschen, die alle darauf hinausliefen, wie sie sich in die Sphäre des Michael begeben könnten, um mit Hilfe der Michael-Kraft in sich den in ihrem eigenen Animalischen wesenden Drachen zu bekämpfen.

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