{"corpus":"steiner","locus":"GA 223/1923-09-30/p005","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man daran denken muß, das Michael-Fest gerade mit seiner sozialen Tragweite - von ihr werde ich morgen sprechen - irgendwie zu realisieren, dann muß natürlich erst eine Empfindung davon geschaffen werden, was ein solches Michael-Fest bedeuten könnte. Denn ein solches Michael-Fest dürfte nicht denselben Charakter tragen wie heutige Festlichkeiten, sondern es müßte herausgeholt sein, wie ich schon vorgestern hier andeutete, aus Tiefen der menschlichen Wesenheit. An die wird man aber nur herankommen, wenn man wieder eindringt und eintritt in den Zusammenhang des Menschen mit dem außerirdischen Kosmos und mit dem, was sich aus dem außerirdischen Kosmos für den Jahreslauf ergibt. Ich möchte Ihnen, um auf dasjenige hinzudeuten, was ich eigentlich hiermit meine, nur vor die Seele führen, wie abstrakt, wie schrecklich wenig den Menschen berührend alles dasjenige ist, was heute in das Menschenbewußtsein an Gefühlen, Empfindungen über das außerirdische Weltenall hereinkommt. Denken Sie nur in dieser Beziehung an alles das, was heute Astronomie, Astrophysik und so weiter leisten. Sie errechnen den Weg der Planeten, meinetwillen die Orte der Fixsterne, sie kommen dazu, durch spektralanalytische Untersuchungen Schlüsse zu ziehen auf die stoffliche Zusammensetzung dieser Weltenkörper. Aber was alles da auf diese Weise herauskommt, was hat es denn für einen Bezug auf das innere, intime Seelenleben des Menschen? Dieser Mensch fühlt sich gerade mit all dieser Himmelsweisheit als Einsiedler auf dem, was er als Erdenplaneten ansieht. Und dasjenige, was heute als Denkungsart mit diesen Dingen verknüpft wird, ist im Grunde genommen nur ein System von sehr engmaschigen Begriffen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1923-09-30","location":null,"word_count":247,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/223/1923-09-30/p005","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/223/1923-09-30/p005"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/223/1923-09-30/p005","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}