Dritter Vortrag

GA 223/1923-09-30/p018 ·1923-09-30 · original (original)
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Man muß sich nur einen solchen Kromlech anschauen: er schließt auf eine primitive Weise einen gewissen Raum ab, der zugedeckt war. Wenn Sie nun das Sonnenlicht betrachten, so haben Sie zunächst das physische Sonnenlicht. Dieses physische Sonnenlicht ist aber durchaus überall durchdrungen von den geistigen Wirkungen der Sonne. Und bloß von dem physischen Sonnenlicht so zu sprechen, wie das der Physiker heute macht, wäre genau so, wie wenn man mit Bezug auf einen Menschen bloß sprechen wollte von seinen Muskeln, seinen Knochen, seinem Blut und so weiter, und keine Rücksicht nehmen würde auf das in ihm waltende Seelisch-Geistige. Das Licht ist durchaus nicht bloß «phos». Das Licht ist Phosphor, Lichtträger, hat ein Aktives, hat Seelisches. Dieses Seelische des Lichtes geht dem Menschen in der bloßen Sinneswelt verloren. Wenn nun der Druidenpriester sich in diese Grabstätte stellte - die Kromlechs waren zumeist, wie andere alte Kultstätten auch, über Gräbern errichtet -, dann stellte er diese Vorrichtung hin, die in einer gewissen Weise undurchlässig war für die physischen Sonnenstrahlen. Aber die geistigen Sonnenwirkungen gingen durch sie durch, und der Druidenpriester war dafür besonders geschult, die geistigen Sonnenwirkungen wahrzunehmen. Und so sah er durch die besonders ausgewählten Steine — sie waren immer besonders ausgewählt - in jenen Raum hinein, wohin die geistigen Sonnenwirkungen kamen, die physische Sonnenwirkung aber ausgeschlossen war. Und nun hatte er seine Anschauung intim geschult. Denn das, was man da sieht in einer solchen primitiv hergestellten Dunkelkammer, das ist anders im Februar, anders im Juli oder August, anders im Dezember. Im Juli ist es so, daß es einen leicht gelblichen Anflug hat, im Dezember dagegen ist es so, daß es eine leicht bläuliche Innerlichkeit hat. Wer das beobachten kann, schaut in den qualitativen Veränderungen, die in einer solchen Dunkelkammer dieses abgeschlossene Schattengebilde im Laufe des Jahres annimmt, den ganzen Lauf des Jahres in den Wirkungen des Geistig-Seelischen der Sonnenstrahlung. Und wiederum in diesen Sonnenzirkeln stehen die Vorrichtungen so, daß sie wie die Zeichen des Tierkreises in der Zwölfzahl angeordnet sind. Gerade an dem Berge, den wir bestiegen hatten, gab es einen größeren solcher Sonnenzirkel, und in einer geringen Entfernung davon war ein kleinerer. Wenn man sich etwa in einem Luftballon in die Höhe erhoben und auf diese beiden Druidenkreise heruntergeschaut hätte und die kleine Entfernung zwischen ihnen dabei nicht beachtet hätte, so würde man das hatte etwas Ergreifendes -— denselben Grundriß gesehen haben, wie ihn das heruntergebrannte Goetheanum in Dornach hatte.

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Cite: GA 223/1923-09-30/p018 · edition original