Wiedergewinnung des lebendigen Sprachquells durch den Christus-Impuls
Wenn Sie sich an verschiedenes erinnern, das ich hier im Laufe der letzten Betrachtungen vorgebracht habe, so werden Sie vor Ihre Seele hinstellen können die Beziehung der menschlichen Sprache, des Sprechenkönnens des Menschen zu denjenigen Wesen, die wir gewöhnt worden sind, in der geistigen Welt zur Hierarchie der Archangeloi, der Erzengel zu rechnen. Erinnern Sie sich, wie ich in einer der vorangehenden Betrachtungen ausgeführt habe, welche Bedeutung es für den Menschen hat, wenn er die Worte seiner Sprache so gestaltet, daß diese Worte nur zu rein materiellen Dingen Beziehung haben, daß also die Sprache gewissermaßen einen materialistischen Charakter annimmt, oder wenn er die Sprache so gestaltet, daß er im Sprechen einen gewissen Idealismus entwickelt, daß schon die Sprache ihn bei jedem Aussprechen eines Wortes empfinden läßt: er gehört einer geistigen Welt an, und was als Worte seiner Seele in seiner Sprache erklingt, das muß, weil es eben aus der Menschenseele kommt, irgendwelche Beziehung haben zu Geistern. Je nachdem das eine oder das andere der Fall ist, sagte ich Ihnen, kommt der Mensch zwischen dem Einschlafen und Aufwachen in die rechte oder unrechte Beziehung zu den Erzengelwesen, zu den Wesen, die wir als Archangeloi bezeichnen. Der Mensch verliert immer: mehr und mehr seinen notwendigen Zusammenhang mit diesen Archangeloi, wenn er den Idealismus aus seiner Sprache verschwinden läßt. Ich erinnere an diese Tatsache deshalb, weil ich eines wenigstens herausheben möchte, was die Beziehung des menschlichen Sprechens überhaupt zu der Hierarchie der Archangeloi vor Ihre Seele stellen kann.
Cite:
GA 224/1923-04-13/p003 · edition original