Die Himmelfahrtsoffenbarung und das Pfingstgeheimnis
Und jetzt können wir noch etwas hinzufügen zu der Charakteristik des Himmelfahrtsbildes. Solche geistige Anschauungen, wie sie die Jünger am Himmelfahrtstage hatten, beziehen sich eigentlich immer auf etwas, was der Mensch schon in dem einen oder andern Bewußtseinszustande erlebt. Nun wissen Sie: Nach dem Tode erlebt der Mensch den Fortgang seines ätherischen Leibes. Er legt mit dem Tode den physischen Leib ab. Einige Tage behält er seinen ätherischen Leib, dann löst sich der ätherische Leib auf; er vereinigt sich wirklich mit der Sonne. Diese Auflösung nach dem Tode ist Vereinigung mit dem Sonnenhaften, das den Raum, in dem sich auch die Erde befindet, durchströmt. In diesem sich vom Menschen entfernenden ätherischen Leibe schaut der Mensch seit dem Mysterium von Golgatha den Christus mit, der sein Retter geworden ist im künftigen Erdendasein; so daß eigentlich seit dem Mysterium von Golgatha jeder Mensch, der da stirbt, jenes Himmelfahrtsbild schon vor seiner Seele hat, das die Jünger durch ihren besonderen Seelenzustand an jenem Tage sahen.
Cite:
GA 224/1923-05-07/p036 · edition original