{"corpus":"steiner","locus":"GA 224/1923-05-23/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Betrachten wir nun zunächst die eine Tätigkeit, die das Kind lernt, die sprachliche, mit Bezug auf die Gesamtentwickelung des Menschen. Man muß wirklich sagen: Das, was da das Kind lernt, ist etwas Großartiges, und Jean Paul, der deutsche Dichter, hat gesagt, in den drei ersten Lebensjahren - wo man also wesentlich gehen, sprechen, denken lernt - lerne der Mensch viel mehr als in den drei akademischen Jahren. Mittlerweile sind ja die drei akademischen Jahre viele geworden, man lernt aber noch immer nicht mehr in den «drei» akademischen Jahren, als man in den drei ersten Lebensjahren als Kind lernt. Nun, betrachten wir das Sprechen! In dem Sprechen liegt zunächst das äußerlich Physisch-Physiologische: unser Kehlkopf und unsere übrigen Sprachorgane kommen in Bewegung, sie bewegen die Luft. Es wird der Ton vermittelt. Da kommen wir. gewissermaßen an das äußerlich Physisch-Physiologische heran. Aber in dem, was wir sprechen, ist ja auch Seele, und die Seele durchzieht und durchglüht alles dasjenige, was wir in den Lauten von uns geben. Ja, insofern die Sprache etwas Physisches gibt, sind der physische Leib und der Ätherleib des Menschen daran beteiligt. Die schweigen selbstverständlich vom Einschlafen bis zum Aufwachen, das heißt, der normale Mensch spricht ja nicht vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Aber insofern Seele und Ich am Sprechen beteiligt sind, nehmen Seele und Ich, der astralische Leib und das Ich, indem sie beim Einschlafen aus dem physischen Leib und dem Ätherleib herausgehen, das seelische Sprachvermögen mit, und damit eigentlich alles, was der Mensch während des ganzen Tages seelisch in sein Sprechen hineingelegt hat. Wir sind ja eigentlich an jedem Abend andere Menschen, denn wir haben uns den ganzen Tag über sprechend betätigt, die einen viel, andere weniger, manche allzuviel, manche auch zu wenig, aber immerhin, wir haben uns den ganzen Tag sprechend betätigt und unsere Seele in die Sprache hineingelegt. Und das, was wir da hineingelegt haben in die Sprache, das nehmen wir mit dem Einschlafen mit, das bleibt unser Wesen zwischen Einschlafen und Aufwachen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen","site_heading":null,"date":"1923-05-23","location":null,"word_count":327,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/224/1923-05-23/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/224/1923-05-23/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/224/1923-05-23/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 259/1923-05-23","ga":"259","lecture":"1923-05-23","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}