Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen

GA 224/1923-05-23/p014 ·1923-05-23 · original (original)
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Nun kann es heute, gerade in unserem materialistischen Zeitalter, so sein, daß der Mensch gar nicht mehr eine Ahnung davon hat, daß in der Sprache Idealismus oder Spiritualismus zum Ausdruck kommen kann. Die Menschen haben vielfach heute nur noch die Meinung, daß die Sprache Äußerliches, handgreiflich Gegenständliches ausdrücken soll. Die Empfindung dafür, daß man in der Sprache Ideale zum Ausdruck bringen kann, ist ja vielfach ganz verlorengegangen. Daher ist es ja auch so, daß die Menschen heute das, was zu ihnen vom Geiste gesprochen wird, meistens so unverständlich finden. Denn was sagen sich die Menschen, wenn vom Geiste gesprochen wird? Sie sagen sich: Ja, der spricht da in Worten. — Aber von diesen Worten wissen die Leute nur, daß sie das bedeuten, was man angreifen oder sehen kann. Daß die Worte auch hindeuten können auf irgend etwas, was übersinnlich, unsichtbar ist, das mögen die Leute gar nicht mehr. Und das kann die eine Art sein, wie die Menschen zur Sprache stehen. Die andere kann aber allerdings diese sein, daß die Menschen sich wiederum hinfinden zum Idealismus schon in den Worten, schon in der Sprache, so daß die Menschen wissen, daß gewissermaßen dutch jedes Wort durchtönen kann ein seelisch-geistiges Erleben.

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