Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen
Wie achtet denn die Menschheit heute überhaupt darauf, was mit dem einzelnen Menschen zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen vorgeht? Die Menschen rechnen ja gar nicht mit diesem Schlafzustande. Wenn man sich so zurückerinnert an das Leben, so glaubt man: was man da vor sich hat, ist ein geschlossenes Lebensbild. Das ist nicht wahr! Da fallen ja immer die Schlafenszeiten heraus, das Ganze ist immer unterbrochen. Wir knüpfen zwar immer den Morgen an den Abend an, aber dazwischen liegt ja die Nacht. Und was während des Schlafes in der Nacht geschehen ist, das bedeutet erstens äußerlich mindestens einen Drittel des menschlichen Lebens - wenigstens bei «anständigen Menschen» ist es so -, und zweitens ist es für das Innere des Menschen viel wichtiger als das äußere Tun während des ganzen Tages. Gewiß, das äußere Tun ist für die äußere Kultur das Wichtigere. Aber unsere innere Gestaltung während des Lebens wird dadurch zustande gebracht, daß wir in nachtschlafender Zeit in der richtigen Weise hineinkommen in den Zusammenhang mit der geistigen Welt.
Cite:
GA 224/1923-05-23/p017 · edition original