{"corpus":"steiner","locus":"GA 224/1923-05-23/p020","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sehen Sie, hier auf der Erde stehen wir an einem bestimmten Punkte der Erde. Um uns herum ist die Welt. Wir kennen uns ja sehr wenig mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Die Welt schauen wir mit den äußeren Sinnen an, die kennen wir. Sie werden vielleicht sagen: Aber die Anatomen kennen ja das Innere des Menschen ganz gut. - Nein, die kennen nur das Äußere des Inneren. Das wirkliche Innere ist etwas ganz anderes. Wenn Sie sich heute an etwas erinnern, was Sie vor zehn Jahren durchgemacht haben, dann haben Sie in der Erinnerung doch etwas, was im Inneren Ihrer Seele ist. Es ist zusammengedrängt, eine kurze Erinnerung vielleicht von einem sehr, sehr weit ausgedehnten Erlebnis. Aber da ist nur ein seelisches Bild von etwas da, das Sie im Erdenleben durchgemacht haben. Gehen Sie jetzt aber in sich hinein, jetzt nicht in Ihre Erinnerungen, sondern in Ihren physischen Organismus, das heißt den scheinbar physischen Organismus, beachten Sie Ihr wunderbar gebautes Gehirn, Ihre wunderbar gebauten Lungen und so weiter, dann leben darinnen nicht zusammengerollt gewissermaßen die Erlebnisse dieses Erdenlebens, sondern da ist zusammengerollt der ganze Kosmos, die ganze Welt. Der Mensch ist wirklich eine kleine Welt, ein Mikrokosmos. In seinen Organen ist zusammengerollt die ganze Welt. Aber der Mensch weiß es nicht mit dem gewöhnlichen Bewußtsein. Wenn er auf der Erde steht, so hat er die Erinnerung an seine Erlebnisse. Er weiß nicht, daß er selbst mit seinem physischen Wesen gewissermaßen die verkörperte Erinnerung des ganzen Kosmos ist.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen","site_heading":null,"date":"1923-05-23","location":null,"word_count":246,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/224/1923-05-23/p020","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/224/1923-05-23/p020"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/224/1923-05-23/p020","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 259/1923-05-23","ga":"259","lecture":"1923-05-23","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}