Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen
Und wenn wir jene Zustände durchgemacht haben, wo wir ein Geist unter Geistern sind, wo wir das vorbereiten, was in unserem Erdenleben sich auslebt im Körper, in den Gliedmaßen, durch die wir wiederum ein so und so gearteter Mensch werden und unser Karma erleben, wenn wir diese Zustände drüben in der Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgemacht haben, dann wird es so, daß ein Zustand im vorirdischen Leben kommt, wo wir die einzelnen Geistwesen, mit denen wir so lange zusammengearbeitet haben, nicht mehr unterscheiden können, sondern wo nur ein allgemeines Wahrnehmen des Geistes da ist. Wir wissen dann zwar, daß wir in einer geistigen Welt leben, aber indem wir uns jetzt schon dem Erdenleben nähern, wird der Eindruck, den die geistige Welt auf uns macht, mehr ein einheitlicher, nicht mehr der des speziellen, individuellen Wahrnehmens der geistigen Wesenheiten. Ich kann mich durch einen trivialen Vergleich ausdrücken, damit wir uns verständigen können, aber seien Sie sich nur klar darüber, daß ich damit doch etwas sehr Erhabenes meine. Wenn sehr weit entfernt irgendwo eine kleine Wolke ist, so sagen Sie: Das ist eine kleine Wolke. - Wenn Sie aber näher herangehen, werden Sie gewahr: Das sind ja lauter Mücken! - Da unterscheiden Sie die einzelnen Individualitäten. Nun, in der geistigen Welt zwischen Tod und neuer Geburt ist es umgekehrt. Da unterscheiden Sie zunächst die einzelnen Individualitäten der geistigen Wesenheiten, dann wird es ein allgemeiner Eindruck. Ich möchte sagen, die Offenbarung des Geistigen tritt an die Stelle des Erlebens des Geistigen.
Cite:
GA 224/1923-05-23/p027 · edition original