Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen
Durch dieses Prinzip wird ja zum Beispiel unsere Waldorfschulpädagogik eine besondere Pädagogik, die den Menschen wirklich berücksichtigt. Das wird sich noch deutlicher zeigen können, wenn einmal diese Pädagogik für die ersten Jahre des Kindes ausgebildet sein wird. Wir können das noch nicht machen. Wir hatten bis jetzt immer nach oben anzustückeln und haben in diesem Jahr die letzte Klasse eingerichtet. Man hat sehr viel zu tun, wenn man eine ganze Schule in ihren Lehrzielen ausgestalten will. Deshalb war bis jetzt nicht daran zu denken, auch nach unten die Sache vollständiger zu machen und eine Art Kindergarten daranzustückeln. Jetzt sollen die ersten Waldorfschüler zu ihrem Abiturientenexamen kommen. Dann wird das Anstückeln nach oben nicht weiter nötig sein, aber bei unserem außerordentlichen «Überfluß an Geldmangel», den wir haben, gerade auch für die Waldorfschule, fürchte ich, daß trotzdem das Anstückeln nach unten scheitern wird. Wie man es da einrichten würde für das Gehenlernen, Sprechenlernen, Denkenlernen und ihre weitere Entwickelung, so richten wir natürlich auch zwischen dem sechsten und siebenten und den andern Lebensjahren die Sache so ein, daß wir darauf Rücksicht nehmen: Was verkörpert sich da im Kinde? Was kommt mit jeder Woche, mit jedem Monat von dem, was vorgebuttlich ist, in dem kindlichen Leben zum Ausdruck? Also man bildet tatsächlich vom Geiste aus die Pädagogik.
Cite:
GA 224/1923-05-23/p032 · edition original