Die Schaffung eines Michael-Festes aus dem Geiste heraus Die Rätsel des inneren Menschen
Daß man ein Bewußtsein von diesen Dingen hatte, das kann Ihnen aus den alten traditionellen Resten hervorgehen, die heute noch da sind. Es ist jetzt lange her, da saß ich öfter — gerade hier in Berlin war es - mit einem Astronomen zusammen, der hier sehr berühmt war und der furchtbar dafür agitierte, daß es doch sehr störend sei, wenn nicht in jedem Jahre das Osterfest zum Beispiel wenigstens auf den ersten Sonntag im April falle, und es sei schrecklich, daß das Osterfest der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond sein solle. Es half einem natürlich nichts, Gründe dagegen anzuführen, denn die Sache, die da zugrunde lag, war diese: es käme doch dadurch eine furchtbare Unordnung in Soll und Haben der Kassabücher hinein, wenn man jedes Jahr das Osterfest auf eine andere Zeit legt. Diese Bewegung hatte sogar schon ziemlich große Dimensionen angenommen. Ich habe auch hier schon einmal gesagt: In den Kassabüchern steht gewöhnlich immer auf der ersten Seite «Mit Gott», aber meistens ist es dann so, daß das, was in diesen Büchern steht, nicht gerade «mit Gott» ist.
Cite:
GA 224/1923-05-23/p038 · edition original