Unser Gedankenleben in Schlafen und Wachen und im nachtodlichen Dasein

GA 224/1923-06-21/p018 ·1923-06-21 · original (original)
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Dann folgt die Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, in der wir unser ganzes irdisches Dasein sozusagen abgelegt haben und, wie ich Ihnen schon dargestellt habe, das nächste Erdenleben vorbereiten, indem wir im Verein mit den Wesenheiten der geistigen Welt den Geistkeim unseres folgenden Erdenlebens, vor allen Dingen des nächsten physischen Leibes, formen. Dann wiederum kommt eine Zeit, wo der Mensch wieder mehr dem Erdenleben zuneigt. Nachdem der Mensch eine lange Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt unter geistigen Wesenheiten und geistigen Tatsachen gelebt hat, ist es so — natürlich auf einer ganz andern Stufe, aber durch einen Vergleich möchte ich es klarmachen -, wie es ungefähr bei einem Menschen ist, der sich müde fühlt und einschlafen will. So fühlt der Mensch, wie ihm das im Geiste vorhandene Bewußtsein schwächer wird, wie er nicht mehr so mit den Wesenheiten der höheren Welt arbeiten kann, und sein Bewußtsein geht wiederum über zu einem Interesse an einem neuen Erdenleben. So wie wir alltäglich in den Schlaf versinken, wo unser Bewußtsein ganz unbewußt wird, so sinken wir gewissermaßen im rein geistigen Bewußtsein, das den größten Teil der Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt erfüllt, herunter, aber jetzt nicht zur Bewußtlosigkeit, sondern in ein Erfülltsein von Interesse für das Erdenleben, nun aber von der andern Seite her gesehen, von der Seite der geistigen Welt her, in ein Interesse für das Erdenleben. Dieses Interesse für das Erdenleben taucht viele Jahre, viele Jahrhunderte früher auf, bevor wir zum Erdenleben heruntersteigen. Wir gewinnen schon ein Interesse für unser kommendes Erdenleben, wenn auf der Erde selbst nicht nur unser Großvater lebt, sondern ein weit zurückliegender Urahne, der viele Generationen vor uns lebte, von dem wir dann abstammen. Es verwandelt sich das Interesse, das wir so lange Zeit zwischen dem Tod und einer neuen Geburt für die rein geistige Welt gehabt haben, zum Interesse an einer Generationenfolge. Am Ende dieser Generationenfolge werden wir dann selbst geboren. Wir verfolgen in der Tat von der geistigen Welt aus lange Zeiten hindurch die Ahnen, an deren Ende unsere eigenen Eltern stehen. So daß wir von der geistigen Welt aus in unsere Abstammung hineinwachsen.

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