Unser Gedankenleben in Schlafen und Wachen und im nachtodlichen Dasein
Im Grunde genommen müßte ein innerliches Entzücken in der Seele entstehen - ich rede gleich wieder von dem, was durch die Gedanken bewirkt wird, die mit aller Lebendigkeit aus dem Geistigen herausgeholt sind -, es müßte ein innerliches Entzücken in der Seele entstehen, wenn sie sich sagen kann: Es fällt einem wie Schuppen von den Augen, wenn man sich sagen kann, der Mensch ist frei, und wenn man hinschauen kann auf die Gründe dieser Freiheit. - Solange es bloß Menschen gibt, welche mit genialer Gescheitheit - ich will diese den Anthroposophen nicht absprechen — die Anthroposophie einsehen, sich zu ihr bekennen als zu Gedanken, so lange lebt Anthroposophie noch nicht. In dem Momente, wo bei besonders wichtigen Erkenntnissen die Seelen vor Entzücken zerspringen möchten und freudig erregt werden von dieser oder jener Einsicht, dann erst, wenn solche Menschen sich als Anthroposophen fühlen, dann ist die anthroposophische Bewegung entstanden. Sie entsteht eigentlich als anthroposophische Bewegung im ganzen Menschen. Dann trifft sie auch auf die Gleichgewichtslage auf.
Cite:
GA 224/1923-06-21/p032 · edition original