Mauthners «Kritik der Sprache» Die Unzulänglichkeit heutigen Denkens, aufgezeigt an Rubner und Schweitzer
Also eine ja heute oft angetroffene Anschauung, die da besagt: Seht, wenn ihr über das Seelenleben sprechen wollt, auf euer Gehirn hin, das ist ein unbeschriebenes Blatt, das muß alles durch die Eindrücke der Außenwelt bekommen. Kommen wir also zur Welt, so haben wir unser Gehirn als ein unbeschriebenes Blatt, müssen uns den Welteindrücken aussetzen, dann gehen die in uns hinein, dann wird das Blatt beschrieben. Also, sagt er zu seinen Studenten, setzt euch nur frisch, wacker und munter den Welteindrücken aus, dann wird euer unbeschriebenes Blatt, das ihr mitgebracht habt, beschrieben.
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GA 224/1923-07-04/p020 · edition original