IX. Drei Perspektiven der Anthroposophie Die seelische Perspektive

GA 225/1923-07-21/p039 ·1923-07-21 · original (original)
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Es ist für ein wirkliches Erkennen nicht zu leugnen: Wenn wir unseren physischen und Ätherleib in der Nacht verlassen haben, dann sind die zwei, die wir da zurückgelassen haben, miteinander viel gescheiter, als wir sind, wenn wir drinnen sind. Denn wir sind eben in unserem Ich und unserem astralischen Leib Kinder der Erdenund Kinder der Mondenentwickelung. Der Ätherleib aber führt zurück bis in die Sonnenentwickelung, der physische Leib gar bis in die Saturnentwickelung. Die stehen auf einer viel höheren Vollkommenheitsstufe. Wir können uns heute nicht messen in unserem Ich und in unserem astralischen Leib mit dem, was im Laufe der Zeit von der Sonnenentwickelungsepoche hier in unserem Ätherleib sich als Weisheit angesammelt hat. Man könnte sagen: Die konzentrierte Weisheit ist dieser Ätherleib. Wenn wir Menschen aber unsere Weisheit mit unserem astralischen Leib und mit unserem Ich in diesen Ätherleib hineintragen, dann brauchen wir eine Widerlage, wie wir eben die Widerlage des Spiegels brauchen, wenn wir das Spiegelbild sehen wollen. Wir brauchen den physischen Leib als eine Widerlage. So, wie wir nicht stehen könnten, wenn wir nicht einen physischen Boden hätten, so könnten wir nicht in unserm Ätherleib leben, ohne daß der Ätherleib an den physischen Leib grenzt und an den physischen Leib überall aufstößt, an dem physischen Leib eine Widerlage hat. Der Ätherleib wäre mit seinem innern Leben wie ein Mensch, der ohne Unterlage frei in der Luft schweben würde. So haben wir für das gewöhnliche irdische Dasein nur ein Seelenleben, das zwar im Ätherleib lebt, aber den physischen Leib als Unterlage braucht.

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