XI. Die Traumeswelt als Eine Übergangsströmung Zwischen der Physisch-Natürlichen Welt und der Welt der Sittlichen Anschauungen

GA 225/1923-09-22_02/p014 ·1923-09-22 · original (original)
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Wenn man dieses ganze Verhältnis des Traumes zu den äußeren Erlebnissen sich anschaut, muß man eben sagen: Der Traum protestiert gegen die Naturgesetze. Nach Naturgesetzen leben wir vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Der Traum kehrt sich nicht an diese Naturgesetze. Der Traum dreht gewissermaßen den Naturgesetzen eine Nase. Und das, was als Naturgesetze für die äußere physische Welt erforscht wird, ist nicht die Gesetzmäßigkeit des Traumes. Der Traum hat in sich einen lebendigen Protest gegen die Naturgesetze. Frägt man auf der einen Seite die Natur, was wahr ist, so antwortet sie in Naturgesetzen. Frägt man den Traum, was wahr ist, so antwortet er nicht in Naturgesetzen. Und derjenige, der nach den Naturgesetzen einen Traumverlauf beurteilt, wird eben sagen, der Traum lügt. In diesem gewöhnlichen Sinn lügt er ja auch. Aber er kommt heran, dieser Traum, an das Geistig-Übersinnliche im Menschen, wenn auch die Bilder des Traumes dem Unterbewußtsein, wie man abstrakt sagen kann, angehören, und man beurteilt ihn nicht richtig, wenn man nicht weiß, er kommt an die innere geistige Wirklichkeit des Menschen heran.

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