Erster Vortrag
Wenn wir zurückschauen im Erdendasein, knüpfen wir immer Tag an Tag, lassen in einer solchen bewußten Rückschau dasjenige aus, was wir zwischen dem Einschlafen und Aufwachen durchmachen. Wir überschlagen gewissermaßen dasjenige, was uns, wenn ich mich so ausdrücken darf, in unser Erdenleben herein die Himmel, die göttlichen Welten geben. Und wir nehmen bei einer solchen Rückschau des gewöhnlichen Bewußtseins nur Rücksicht auf dasjenige, was uns die physischen Erdenerlebnisse geben. Aber wenn man sich wirkliche, richtige Vorstellungen verschaffen will über dasjenige, was wir zwischen dem Einschlafen und dem Aufwachen durchleben, dann muß man sich schon herbeilassen, solche Ideen sich zu bilden, die etwas von den Ideen des gewöhnlichen Lebens abweichen. Denn es wäre naiv, wenn man glauben wollte, daß es in den göttlich-geistigen Welten ebenso zugehe wie in den physisch-sinnlichen Welten, in denen wir zwischen dem Aufwachen und dem Einschlafen sind. Wir gehen mit dem Einschlafen in die geistigen Welten zurück, und in den geistigen Welten ist es anders als in der physisch-sinnlichen Welt. Darauf muß man wirklich mit aller Intensität Rücksicht nehmen, wenn man sich Vorstellungen über die übersinnlichen Schicksale des Menschen bilden will.
Cite:
GA 226/1923-05-16/p008 · edition original