Zweiter Vortrag

GA 226/1923-05-17/p021 ·1923-05-17 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Es ist ja wunderbar dasjenige, was wit sehen, wenn wir, sagen wir, eine schöne Landschaft bewundern können. Es ist wunderbar dasjenige, was wir sehen, wenn wir nächtlich den Sternenhimmel in all seiner Pracht bewundern. Aber dasjenige, was im Menschen drinnen ist, wenn wir den Menschen nicht mit dem physischen Auge des Anatomen anschauen, sondern mit geistigem Auge anschauen, wenn wir eine menschliche Lunge, eine menschliche Leber - verzeihen Sie, daß ich alle diese Organe nenne -, wenn wir diese Organe mit geistigem Auge anschauen, so sind das ja Welten, zusammengerollt. Gegenüber aller Pracht und Herrlichkeit der äußeren Flüsse und Berge, der Erdenwelt, gegenüber all dieser äußeren Pracht ist eine viel größere, eine erhabenere Pracht alles dasjenige, was innerhalb der Haut des Menschen auch nur als physische Organisation liegt. Daß das kleiner ist als die scheinbar so große Raumeswelt, das macht es nicht aus. Wenn Sie dasjenige überschauen, was in einem einzigen Lungenbläschen liegt, so ist das großartiger als dasjenige, was in den mächtigen Alpenmassiven liegt. Dasjenige, was innerhalb des Menschen ist, ist nämlich zusammenverdichtet der ganze geistige Kosmos. In der menschlichen Innenorganisation haben wir ein Bild des ganzen Kosmos.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/226/1923-05-17/p021.json
Cite: GA 226/1923-05-17/p021 · edition original