Zweiter Vortrag

GA 226/1923-05-17/p022 ·1923-05-17 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Wir können uns das auch noch etwas anders vorstellen. Stellen Sie sich einmal vor, Sie seien meinetwillen dreißig Jahre alt geworden, blicken in sich hinein, rein seelisch. In der Erinnerung erinnern Sie sich an irgend etwas, was Sie zwischen dem zehnten und zwanzigsten Jahre erlebt haben. Da ist das äußere Erlebnis zum inneren Bilde der Seele geworden. Sie überblicken vielleicht in einem Momente weit ausgebreitete Erlebnisse, die Sie durch Jahre durchgemacht haben. Eine Welt ist in dem Bilde einer Vorstellung zusammengewoben. Denken Sie nur, was Sie manchmal haben, wenn Sie die kleinen Erinnerungsvorstellungen an weit ausgebreitete Ereignisse, die Sie durchgemacht haben, in Ihrem Seelenleben haben. Das ist das Seelische, das Sie da erleben, von dem, was Sie irdisch durchgemacht haben. Wenn Sie ebenso, wie Sie Ihre Erinnerungsvorstellung anschauen, Ihr Gehirn, das Innere Ihres Auges anschauen - das Innere des Auges allein ist ja eine ganze Welt -, wenn Sie ebenso anschauen Ihre Lunge, Ihre andern Organe, so sind diese nicht jetzt Bilder von Erlebnissen, die Sie durchgemacht haben, sondern sie sind Bilder des ganzen geistigen Kosmos, sie erscheinen nur auf materielle Art.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/226/1923-05-17/p022.json
Cite: GA 226/1923-05-17/p022 · edition original