Zweiter Vortrag
In dem Momente, wo die geistige Welt gewissermaßen in ihren Individualitäten ineinander verschwimmt und der Mensch die geistige Welt im allgemeinen wahrnimmt, erwacht in ihm das Interesse für die Erdenwelt wiederum. Dieses Interesse für die Erdenwelt tritt in einer ganz besonderen Weise ein. Es tritt nämlich in bestimmter Weise, in konkreter Weise auf. Man fängt an, ein Interesse zu bekommen an ganz bestimmten Menschen, die da unten auf der Erde sind, und wiederum an deren Kindern und an deren Kindern wiederum. Während man früher nur ein Himmelsinteresse hat, bekommt man jetzt ein merkwürdiges Interesse, wenn die geistige Welt zur Offenbarung wird, an gewissen Generationenfolgen. Das sind die Generationenfolgen, an deren Ende dann die eigenen Eltern stehen, die einen gebären werden, wenn man wiederum herabsteigt zur Erde. Aber man bekommt schon lange vorher für die Voreltern Interesse. Man verfolgt die Generationenreihe bis zu den Eltern hinunter, und zwar verfolgt man sie nicht bloß im Zeitenverlaufe, sondern wenn dieser Zustand der Offenbarung zuerst eintritt, da sieht man schon wie prophetisch die ganze Generationenreihe vor sich. Da sieht man durch die Generationen, durch die Menschenfolge Urururgroßvater, Ururgroßvater, Urgroßvater, Großvater und so weiter, man sieht den Weg, den man auf die Erde hinunter machen wird, in Menschengenetationen vor sich. Nachdem man zuerst in den Kosmos hineingewachsen ist, wächst man später in die reale, in die konkrete Menschengeschichte hinein. Und dann kommt der Zeitpunkt, wo man wiederum aus dem Sonnenbereiche allmählich herauskommt. Man bleibt natürlich immer im Sonnenbereiche drinnen, aber das deutliche, klare, bewußte Verhältnis verdunkelt sich, und man zieht wieder in den Mondenbereich ein. Und jetzt findet man im Mondenbereich das Päckchen, das man abgelegt hat - ich kann es nicht anders als mit diesem Bilde bezeichnen -, dasjenige, was die moralische Wertigkeit darstellt. Die muß man jetzt aufnehmen.
Cite:
GA 226/1923-05-17/p031 · edition original