{"corpus":"steiner","locus":"GA 226/1923-05-18/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun sind wir, indem wir als Menschen von unserer Geburt an uns einleben in das Erdendasein, auch in einer Art Schlaf- und Traumeszustand. So Sie des Morgens, wenn wir von den Träumen absehen, sagen wir, wenn Sie eine Stunde schon wach sind, zum Aufwachen zurücksehen, da reißt das Bewußtsein ab, da geht es in die Finsternis des Schlafes hinein, so ähnlich ist es, wenn Sie in die Zeit Ihrer Kindheit zurückschauen. Bei manchem früher, bei manchem später, bei manchem im fünften, bei manchem im vierten Jahre reißt das Bewußtsein ab. Da liegt etwas jenseits dieses Erinnerungspunktes, bis zu dem man sich zurückerinnert, jenseits liegt etwas, das ebenso in die Finsternis des Schlafes- und Traumeslebens der ersten Kindheit getaucht ist, wie allnächtlich das Leben der menschlichen Seele in die Finsternis des Schlaflebens getaucht ist. Aber es ist nicht ein völliges Schlafen, es ist schon eine Art wachen Träumens, das das Kind vollbringt. Aber während dieses wachen Träumens geschehen jetzt drei wichtige Etappen des menschlichen Lebens, von denen ich schon gestern andeutend gesprochen habe in der Reihenfolge, wie ich es charakterisiert habe, und in denen wir Nachklänge und Nachwirkungen des Lebens zwischen dem Tode und einer neuen Geburt sehen können. Zuerst lernt das Kind dasjenige aus seinem Traumesschlafesleben heraus, was wir so einfach als Gehenlernen bezeichnen. Ja, es fällt uns das Gehenlernen am meisten auf. Aber dasjenige, was da mit dem Kinde geschieht, ist etwas Umfassendes, was für den, der eigentlich überall hineinschauen kann, wie die feinsten Partien des Menschenwesens da verändert werden, etwas ungeheuer Großartiges, Gewaltiges darstellt. Das Kind lernt sich in die ganzen Schwereverhältnisse dutch Gleichgewichtslage hineinstellen in die Welt. Das Kind hört auf, umzufallen. Es fügt sich, indem es innere Kräfte entfaltet, in die Raumesrichtungen hinein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1923-05-18","location":null,"word_count":287,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/226/1923-05-18/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/226/1923-05-18/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/226/1923-05-18/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 277d/1923-05-18","ga":"277d","lecture":"1923-05-18","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}