Dritter Vortrag

GA 226/1923-05-18/p037 ·1923-05-18 · original (original)
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Richtig Anthroposoph kann man nicht werden, wenn man ein bloßer Theoretiker bleiben will. Über Maikäfer und Regenwürmer und über Zellen können Sie gleichgültige Theorien aufstellen, 'Theorien, bei denen einem das Herz nicht zu zerbrechen braucht. Denn schließlich, wie Maikäfer und Regenwürmer aus einer Zelle aufgebaut sind, das kann zu nichts Herzzerbrechendem führen. Wenn Sie aber die anthroposophischen Erkenntnisse sich aneignen in ihrer Fülle, dann sehen Sie hinein in Tiefen des Menschenwesens, der Menschenentwickelung, der Menschenschicksale, und Ihr Herz ist immer beteiligt an den Erkenntnissen. Da lädt sich die Summe der Erkenntnisse im Gefühls-, im Empfindungsleben ab. Da wird man mit der ganzen Welt mitfühlend und dann wohl auch mitwollend. Das ist das Wesenhafte der Anthroposophie, daß sie nicht bloß den menschlichen Kopf ergreift, sondern daß sie den ganzen Menschen ergreift und daß sie dadurch auch hineinleuchtend wird, aber gemüts- und gefühlskräftig hineinleuchtend wird in die Kultur- und Zivilisationsschicksale wie in die Schicksale des einzelnen Menschen.

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