Vierter Vortrag

GA 226/1923-05-19/p015 ·1923-05-19 · original (original)
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Glauben Sie nicht, daß nun, wenn man in dieses Schlafesleben hineinschaut, dasjenige das besonders Beunruhigende ist, daß man sich jetzt sagen muß: Du hast dir durch dein moralisches Verhalten im jetzigen Erdenleben dieses Karma zubereitet. - Das beunruhigt nicht mehr, als wenn man weiß, heute ist die Sonne aufgegangen, bis zur Mittagshöhe gestiegen, ist wieder hinuntergegangen und wird am nächsten Tag denselben Weg durchmachen. Diese Gesetzmäßigkeit, die einem da aus der Tiefe des Schlafes herausdtingt, die beunruhigt einen nicht, weil auf die mannigfaltigste Weise wiederum durch Freiheit in dem nächsten Erdenleben dasjenige zur Wirkung kommen kann, was man veranlagt findet in den Schlafeszuständen des gegenwärtigen Erdenlebens. Aber man überschaut durchaus das Karma, das sich in den unterbewußten Zuständen des Wollens auswirkt, und man überschaut das sich wieder anspinnende Karma, wenn man in dasjenige hineinschaut, was sich für das gewöhnliche Bewußtsein auch unbewußt im Schlafe beginnt zu weben als ein anfängliches Karma. Und das sieht man auch, wie die Vergangenheit sich immer wieder zusammenwebt im Menschen mit der Zukunft, wie dasjenige, was der Mensch bei Tag verschläft als die inneren Geheimnisse seines Willens, sich zusammenspinnt mit demjenigen, was er bei Nacht verschläft als die inneren Geheimnisse seines Ichs und seines astralischen Leibes, wenn sie sich von dem physischen Leibe und Ätherleibe getrennt haben und an dem Zukunftskarma weiterweben.

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Cite: GA 226/1923-05-19/p015 · edition original