Vierter Vortrag

GA 226/1923-05-19/p019 ·1923-05-19 · original (original)
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Wenn man ein intellektualistischer Mensch ist, dann hat man oftmals das Bewußtsein, man ist furchtbar gescheit und das Kind ist furchtbar dumm. Wenn man allmählich in die Welt hineinsehen lernt, dann hat man dieses Urteil nicht, dann hat man das andere Urteil, wie dumm man eigentlich seit der Kindheit geworden ist. Nur ist die Gescheitheit, die man sich angeeignet hat, gegenüber der Kindheit eine bewußte Gescheitheit. Die Weisheit aber, mit der das Kind auf die beschriebene Art die Wahl trifft zwischen dem, was es sich einverleiben will, nach seinem Schicksal von den vorhergehenden Erdenleben sich einverleiben muß, und demjenigen, was es in die allgemeine Ätherwelt abstößt, ist eine viel, viel größere als die Weisheit, die wir im späteren Leben haben. Und dasjenige, was der Mensch aus seinem früheren Erdenleben in das gegenwärtige Erdenleben hereinträgt, trägt er gerade in den ersten Kindheitsjahren am allerersten herein, wo die Frage der Freiheit überhaupt noch gar nicht in Betracht kommt. In derjenigen Lebenszeit, in der das Freiheitsbewußtsein auftaucht, haben wir eigentlich das allermeiste, das weitaus meiste von dem, was wir aus früheren Erdenleben in dieses Erdenleben hereintragen sollen, schon hereingetragen. Und wenn einer im fünfunddreißigsten Lebensjahre ein ganz bestimmtes Erlebnis hat, so hat er sich die Wege zu diesem Erlebnis durchaus schon in den allerersten Kindesjahren geebnet. Die ersten Schritte des Lebens sind für das schicksalsmäßig Bestimmte die allerwichtigsten und wesentlichsten.

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Cite: GA 226/1923-05-19/p019 · edition original