Erste Schritte zur imaginativen Erkenntnis

GA 227/1923-08-19/p005 ·1923-08-19 · original (original)
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Nun ergibt sich aber da sofort für den wirklich Unbefangenen eine Schwierigkeit. Der Mensch steht in dem Augenblicke, wo er zu einer sogenannten Selbsterkenntnis, die ja nur die wahre Menschenerkenntnis sein kann, kommen will, vor sich selbst als vor dem allergrößten Rätsel, und er muß sich nach einiger Zeit der Selbstbeobachtung gestehen, daß sein Wesen, so wie es in der Welt, die ihn für die Sinne umgibt, zum Vorschein kommt, nicht vollständig auch vor seiner Seele, vor ihm selber, ausgebreitet ist. Der Mensch muß sich gestehen, daß ein Teil seines Wesens für die gewöhnliche Sinnesentfaltung unbekannt, verborgen bleibt. Und so steht der Mensch vor der Aufgabe, vor der Welterkenntnis in der Selbsterkenntnis erst sein wahres Wesen zur Entwickelung zu bringen, sein wahres Wesen erst aufzusuchen.

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