Erste Schritte zur imaginativen Erkenntnis
Und wenn ich ganz elementar zunächst den ersten Schritt charakterisiere, so muß er sich so hinstellen: Statt sich von außen anregen zu lassen zu irgendeiner Vorstellung, nehme man eine Vorstellung, die man rein aus dem Inneren heraus selber geholt hat, stelle sie in den Mittelpunkt des Bewußtseins. Es kommt gar nicht darauf an, ob diese Vorstellung, wie man sagt, wahr ist, denn es kommt darauf an, daß sie aktiv ganz aus dem Seeleninneren herausgeholt ist. Daher ist es auch nicht gut, wenn man eine solche Vorstellung aus der Erinnerung herausholt, denn in dem Erinnerten kleben die mannigfaltigsten unbestimmten Eindrücke an allen unseren Vorstellungen. Holen wir also selbst etwas aus der Erinnerung heraus, dann sind wir nicht sicher, was wir alles passiv mitdenken, ob wir wirklich unsere Meditation in aktivem Sinne innerlich einrichten.
Cite:
GA 227/1923-08-19/p031 · edition original