Erste Schritte zur imaginativen Erkenntnis
Das ist alles wohl der Fall, und die Dinge, die der Physiologe, der Psychologe erkenntnismäßig erreichen kann, müssen eben durchaus zur Handhabe der nötigen Vorsichtsmaßregeln gut bekannt sein, gerade praktisch gut bekannt sein dem, der auf einem richtigen Wege, wie ich ihn hier schildern will, auf einem wahren Wege in die geistige Welt hineinkommt. Ich kann demjenigen, der glaubt, er könne selbst Limonade verschlingen durch Autosuggestiion, wenn er gar keine Limonade hat, erwidern: Das kann man ja; aber man soll mir den herbeiführen, der sich schon durch eine solche vorgestellte, autosuggerierte Limonade den wirklichen Durst gelöscht hat! Da beginnt eben der Unterschied, ob etwas nur in der passiven Vorstellung vorhanden ist oder ob etwas in dem Menschen als Erlebnis entsteht. Durch den Gesamtzusammenhang mit der realen Welt erreichen wir es, daß wir rein geistig, spirituell, durch eine Aktivierung des Denkens in einer Weise in der Welt drinnenstehen, daß das Denken für uns wird wie zum Tasten. Dann tasten wir natürlich nicht den Tisch oder den Stuhl, sondern dann lernen wir eben, innerhalb der geistigen Welt zu tasten, sie zu berühren, mit der geistigen Welt in reale Beziehung zu kommen. Und wir lernen gerade auf diese Weise durch das Aktivieren den Unterschied kennen zwischen mystisch-phantasierter Autosuggestion und dem Erleben der geistigen Wirklichkeit.
Cite:
GA 227/1923-08-19/p040 · edition original