Inspiration und Intuition

GA 227/1923-08-20/p039 ·1923-08-20 · original (original)
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So haben wir in der Entwickelung der Menschheit ein paar Jahrtausende vor dem Mysterium von Golgatha denjenigen wichtigen Zeitpunkt, in dem die Menschen ausgingen von einem instinktiven Geist-Erleben, um zu jenen Begriffen und Ideen hinzukommen als der äußersten Geheimwissenschaft, die die Naturgesetze umfaßte. Heute erlebt man schon als Kind die Naturgesetze. Vor dieser Nüchternheit, vor dieser Prosa des Lebens, vor diesem Naturalismus hat sich zunächst die geistige Welt in dem Innern des Menschen zurückgezogen. Und heute muß eine Initiationswissenschaft umgekehrt den Weg weisen von der Natur hin zu der Geistigkeit. Die Natur war für eine alte Menschheit in der Finsternis, der Geist war im Hellen. Die alte Initiationswissenschaft hatte von dem Geistig-Hellen hineinzuführen das Licht, das dort entnommen, in die natürliche Finsternis, damit auch diese erhellt wurde. Die heutige Initiationswissenschaft hat auszugehen von demjenigen Lichte, das äußerlich naturalistisch durch Kopernikus, Giordano Bruno, Galilei, Kepler, Newton und so weiter in die äußere Natur hineingeworfen wird. Da ist dann dieses Licht zu nehmen aus der Torheit, zu beleben, und der Weg zu machen zu dem Geiste, der in seinem eigenen Lichte durch einen umgekehrten Weg gegenüber dem alten Initiationsweg gesucht werden muß.

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