Das Traumleben

GA 227/1923-08-22/p003 ·1923-08-22 · original (original)
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Zwischen das Wachleben des Menschen und das Schlafleben, von denen ich Ihnen wenigstens einiges skizzenhaft in der letzten Betrachtung habe schildern können, stellt sich hinein das Traumleben. Dieses Traumleben, das so wenig Bedeutung für die unmittelbare Wirklichkeit des Alltags haben kann, hat aber für die tiefere Erkenntnis sowohl der Welt wie auch des Menschen die denkbar größte Bedeutung. Nicht nur dadurch, daß in der Geisteswissenschaft, von der hier die Rede ist, die Bedeutung dieses Traumes voll gewürdigt werden muß, damit man von der Betrachtung des Traumes zu manchem anderen übergehen kann, sondern auch deshalb hat dieses Traumleben eine so besondere Bedeutung, weil es sozusagen die Ecke darstellt, durch welche gewisse andere Welten, als diejenige ist, die der Mensch wachend erlebt, in diese gewöhnliche Welt hereinscheinen. So daß der Mensch oftmals gerade durch das Rätselvolle der Traumesgebilde aufmerksam wird nicht nur darauf, daß es in den Untergründen oder auch Obergründen der ihm zugänglichen Welt noch andere Welten gibt, sondern auch darauf, wie etwa das Wesen dieser Welten sein könne.

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