{"corpus":"steiner","locus":"GA 227/1923-08-22/p029","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und hier ist einer derjenigen Punkte, wo man, wenn man als gegenwärtiger Mensch diese Dinge wieder erforscht, in jenes ehrfurchtsvolle Staunen hineinkommt, das man empfinden kann gegenüber den traumhaften Imaginationen einer früheren Menschheit, von denen ich auch in diesen Tagen gesprochen habe. Ich sagte, wenn wir zurückgehen zu demjenigen, was eine frühere Menschheit auch im Wachleben in traumhaften Imaginationen in der Seele erlebt hat, was sie dann in Mythen und Legenden in die Göttersagen geformt hat, was so unbestimmt vertfließt gegenüber demjenigen, was wir heute in fester Naturanschauung erfassen, wenn man zu dem zurückgeht mit dem, was man heute wieder entdecken kann, ganz selbständig, unabhängig von diesen alten traumhaften Imaginationen, dann kommt man aber doch zu einem ehrfürchtigen Erstaunen, zu einer ehrfürchtigen Bewunderung desjenigen, was in den Seelen dieser Menschen älterer Zeitepochen gelebt hat. Und aus dem alten Griechenland tönt uns noch ein Wort herüber, welches uns Zeugnis ist, wenn wir auf diesem Gebiete neuerdings dasjenige wieder erforschen, was die Wahrheit ist; es tönt uns aus dem alten Griechenland herüber ein Wort, welches uns bezeugt, daß die Griechen noch etwas gewußt haben von diesen Dingen, daß die Griechen sich vorgestellt haben: Es gibt etwas, was aller Weltgestaltung zugrunde liegt, aus dem sich alle bestimmten Gestalten erheben, das man aber nur erreichen kann, wenn man aus der Sinnenwelt heraus in den Schlafzustand, in einen traumhaften Zustand kommt. Das haben die Griechen genannt das Chaos. Und es war alle Spekulation, alle begriffliche Untersuchung, was das Chaos ist, vergeblich; denn das Chaos ist etwas, woran der heutige Mensch nahe kommt, wenn er ins Träumen hineinkommt. Nur noch ins Mittelalter ragt hinein irgend etwas von einer Kenntnis dessen, was so als übersinnliche, kaum schon Materie zu nennende äußere Substanz allen äußeren Substanzen zugrunde liegt, indem im Mittelalter gesprochen wird von der sogenannten Quintessenz, der fünften Wesenheit, neben den vier anderen Elementen: Erde, Wasser, Luft, Feuer — der Quintessenz.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Traumleben","site_heading":null,"date":"1923-08-22","location":null,"word_count":314,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/227/1923-08-22/p029","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/227/1923-08-22/p029"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/227/1923-08-22/p029","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}