{"corpus":"steiner","locus":"GA 227/1923-08-29/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn wir zurückblicken auf das gestern Geschilderte, so kann uns bewußt werden, wie der Mensch, indem er aufeinanderfolgend die Zeiten durchlebt — des Ausdruckes «Zeit» muß man sich dabei bedienen im Anklange an die physischen Verhältnisse -, wenn er die Zeiten durchlebt, die auf den irdischen Tod folgen, zunächst in den Bereich der Mondenwesenheiten kommt, und dann überzutreten hat aus dem Bereich der Mondenwesenheiten in den Bereich der Sonnenwesenheiten. Die Mondenwesenheiten gehören in einer gewissen Beziehung durchaus noch zu dem irdischen Dasein. Und die Erlebnisse, die der Mensch durchmacht unter dem Einflusse der Mondenwesenheiten in der Seelenwelt, sind ja auch kosmische Erinnerungen an das Erdendasein. Man erlebt zurücklaufend das Erdendasein in wirklichen Erlebnissen, aber verbunden mit dem, was ich gestern charakterisiert habe als das Eindringen von kosmischen Urteilen. Diese kosmischen Urteile, die kommen dem Menschen nach dem Tode durch die geschilderten Mondwesenheiten zu. Eigentlich sind es diese Mondwesenheiten, unter deren Einfluß der Mensch kommt, und die gewissermaßen in sein Wesen hereinströmen lassen diese Urteile, so wie Mineralien, Pflanzen und Tiere die Urteile in unser Wesen hereinströmen lassen, die wir hier auf der Erde haben. Wir können daher sagen: Indem der Mensch das geistig-kosmische Dasein nach seinem Tode betritt, gelangt er zuerst in solche kosmische Wahrnehmungen hinein, die noch ausgehen von Wesenheiten, welche mit der Erde Zusammenhänge einmal gehabt haben. Denn wir mußten ja erwähnen, wie jene Wesenheiten, die nachher wie in einer kosmischen Festung im Monde ihren Aufenthalt genommen haben, einmal selber in urältesten Erdenmysterien die Lehrer der Menschen waren, sich nachher nur nach dieser Mondenwohnung — wenn ich mich so ausdrücken darf — zurückgezogen haben; so daß der Mensch das, was er einmal unmittelbar auf der Erde erlebt hat in uralten Zeiten, heute erlebt bei seiner Durchwanderung der Seelenwelt unter dem Einflusse der — wenn wir so sagen dürfen - zum Monde erhobenen Mondenbevölkerung. Diesen Ausdruck kann man im ganz eigentlichen Sinne gebrauchen, wenn man jene Voraussetzungen ordentlich berücksichtigt, die ich in dem letzten Vortrage hier charakterisiert habe. Diese Mondenbevölkerung unter jenen Führern, die einstmals Menschheitsführer waren, hat ein ganz anderes Urteil, als die Erdenbevölkerung hat. Die Erdenbevölkerung macht eigentlich heute erst dasjenige im irdischen Dasein zwischen der Geburt und dem Tode durch, was diese Mondenbevölkerung in längst vergangenen Zeiten durchgemacht hat.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Erleben der Weltvergangenheit","site_heading":null,"date":"1923-08-29","location":null,"word_count":373,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/227/1923-08-29/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/227/1923-08-29/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/227/1923-08-29/p003","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}