Das Erleben der Weltvergangenheit
Nun stellen Sie sich vor, wenn von der heutigen Anthroposophie nur dasjenige bleiben würde, was die Gegner darüber geschrieben haben, dann werden Sie eine Vorstellung davon bekommen, was die Menschen durch äußere Erkenntnisse von der Gnosis eigentlich wissen. Sie wissen ja nichts als dasjenige, was die Gegner gesagt haben, und noch einiges in der Pistis Sophia-Schrift und so weiter, was sie nicht verstehen. Das wissen die Menschen über die Gnosis. Die Gnosis war eben noch, man möchte sagen, aus der alten Zeit eine Mondengabe an die ersten Jahrhunderte, vor allen Dingen an die vier ersten Jahrhunderte der christlichen Entwickelung; denn vom vierten Jahrhunderte ab wurde die Gnosis schon gar nicht mehr verstanden. Es war also dasjenige, was, wie man sagen könnte, aus der alten Mondenweisheit, aus dem Mondenlogos zu dem Sonnenlogos, der auf Erden angekommen war, zu dem Christus gesagt werden konnte. Wer diesen Zusammenhang kennt, kann eigentlich die Gnosis, die so viel verkannt wird, über die so sonderbare Dinge eigentlich gesagt werden in der Gegenwart, wirklich verstehen.
Cite:
GA 227/1923-08-29/p041 · edition original