Das Erleben der Weltvergangenheit

GA 227/1923-08-29/p046 ·1923-08-29 · original (original)
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Heute ist die Menschheit tief gespalten in eine östliche und in eine westliche Menschheit. Und derjenige, der nicht in diese Verhältnisse tief genug hineinsieht, der beurteilt eben nicht in richtiger Weise, wie die Menschheit in Osten und Westen gespalten ist, wie in einer ganz anderen Weise der Osten etwas erwartet von einem neuen Bodhisattva in seiner Art, als der Westen auch nur ahnen kann. Es ist noch nicht genügend über das heutige nationalistische Streben jenes allgemeine Menschheitsbewußtsein gekommen über die ganze Erde hin, das im wesentlichen gerade ein Ergebnis des Christus-Impulses sein muß. Aber die Menschheit wird auch nicht den Aufstieg finden zu diesem allgemein menschlichen, zu diesem wahrhaft christlichen Impuls, daher auch nicht früher verstehen können, was ein etwaiger Bodhisattva zu ihr zu sagen hätte, bis sie in sich selber wiederum spirituelle Sehnsucht in genügendem Maße entwickelt hat, bis sie gerade durch diese spirituelle Sehnsucht die Brücke haben wird über die ganze Erde hin zum Verständnisse zwischen dem Osten und dem Westen.

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