Das Einziehen des Menschen in die Epoche der Freiheit
Da ist eben das eingetreten, was ich so charakterisieren möchte: Jene Versammlung göttlich-geistiger Wesenheiten, die ich Ihnen als in der Sonne befindlich beschrieben habe, die beschloß, ihren Abgesandten, den Christus, nun auf die Erde hinunterzusenden und ihn etwas durchmachen zu lassen, was in solcher Art nun jene göttlich-geistigen Wesenheiten, die mit der Menschheit zusammenhängen, zum allerersten Male durchmachten. Denn, sehen Sie, der Mensch geht im Erdenleben durch Geburt und Tod. Geburt und Tod sind ja allerdings nicht so, wie es sich der Materialist vorstellt, aber sie treten in das Erdenleben des Menschen herein. Alle über dem Menschen stehenden göttlich-geistigen Wesenheiten, Angeloi, Archangeloi und so weiter bis hinauf zu den höchsten, die kannten den Tod nicht; sie gingen nur Metamorphosen durch. Sie verwandelten sich von einer Form in die andere. Sie wurden nicht geboren, sondern verwandelten sich von einer Gestalt in die andere. Sie starben nicht, sondern verwandelten sich wiederum von einer Gestalt in die andere. Das tut der Mensch auch, aber er legt dabei seinen physischen und Ätherleib ab, und daher ist die Tatsache der Geburt und des Todes für ihn etwas Radikaleres als für alle anderen Wesenheiten der höheren Hierarchien. Da beschlossen denn die Führer der Sonnenharmonien und Sonnenimpulse, den Christus auf die Erde zu senden, damit er als eines derjenigen Wesen, die sonst nicht Geburt und Tod erleben, durch diese rein mensch lichen Schicksale der Geburt und des Todes durchgehe. Es ist also das Mysterium von Golgatha nicht bloß eine Menschheitsangelegenheit, es ist eine Götterangelegenheit. Es ist die Götterangelegenheit, die man etwa so in Worte fassen kann: Die Götter der Sonne kamen zusammen und beratschlagten, was sie tun sollten, um abzuwenden von .der Menschheit die Gefahr des immer Schwächer- und Schwächerwerdens durch die Verkleinerung des Astralleibes.
Cite:
GA 227/1923-08-31_02/p016 · edition original