{"corpus":"steiner","locus":"GA 228/1923-09-15/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es hängt die Entwickelung, die damit angedeutet ist, zusammen mit der allmählichen Entfaltung des menschlichen Bewußtseins. Die Menschen waren eben in älteren Zeiten ganz andere Wesen als in der Gegenwart, und sie werden in Zukunftszeiten wiederum andere Wesen sein. Die landläufige Geschichte verzeichnet wenig von diesen Dingen. Daher ist auch, wenn man ein paar Jahrhunderte über den historischen Gegenwartsmoment hinausgreift, dasjenige, was als gewöhnliche Geschichte vorliegt, zum großen Teil für eine wirkliche menschliche Auffassung von illusionärer Natur. Und ich habe ja gestern angedeutet, wie wir in der Hauptsache drei Etappen des menschlichen Bewußtseins — natürlich wiederum mit unerläßlich vielen Nuancen — beobachten werden müssen. Das, was wir heute unsere Bewußtseinszustände nennen, Wachen, Träumen, Schlafen, das ist ja eben Gegenwart, allerdings eine Gegenwart, die sich über Jahrhunderte, ja Jahrtausende ausbreitet, aber eben in historischem Sinne Gegenwart. Und wenn wir zurückgehen in ältere Zeiten der Menschheitsentwickelung, dann haben wir gar nicht den gestern geschilderten heutigen Wachzustand mit den in logischen Zusammenhängen verlaufenden Vorstellungen. Je weiter wir in der Menschheitsentwickelung zunächst zurückgehen, desto mehr finden wir nicht ein solches logisches Bewußtsein, das eigentlich mit aller Strenge erst heraufgekommen ist im 14., 15. nachchristlichen Jahrhundert, das seinen Anfang genommen hat in den späteren Zeiten des Griechentums; in den älteren Zeiten aber finden wir dafür ein viel lebendigeres, von Bildern, nicht von Vorstellungen erfülltes Bewußtsein, und zwar finden wir ein solches Bewußtsein bei der gesamten Menschheit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Der Mensch in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vom Gesichtspunkt der Bewusstseinsentwickelung II","site_heading":null,"date":"1923-09-15","location":null,"word_count":231,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/228/1923-09-15/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/228/1923-09-15/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/228/1923-09-15/p004"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}