Fünfter Vortrag
Ich habe in der letzten Zeit vor Ihre Seele hingestellt die vier kosmischen Imaginationen, die herausgeholt werden können aus einem Miterleben des Menschen mit dem Jahreslaufe. Wenn man den Menschen in seiner ganzen Stellung und Lage in der Welt verstehen will, so muß man eigentlich dieses Verständnis suchen durch ein Zusammenwirken der Kräfte derjenigen Wesenhaftigkeiten, die einem erscheinen im Zusammenhange mit diesen Gestalten. Und da möchte ich Ihnen zunächst heute einleitungsweise eines sagen. Wenn man die Seele aufschließt all den Eindrücken, die über einen kommen können aus dem Anblicke desjenigen, was in diesen vier Gestalten liegt, dann stellt sich zu gleicher Zeit vor die Seele manches hin, was im Laufe der Menschheitsentwickelung empfunden worden ist, empfunden worden ist als ein Nachklang alter instinktiver hellseherischer Schauungen, und was eigentlich heute zuweilen nur historisch angeführt wird, aber im Grunde genommen nicht verstanden wird. In der Empfindung greifen dann diese oft wunderbaren Stimmen, die traditionell .herüberklingen aus den Zeiten, wirkliche Dichter oder Geistesmenschen auf und gebrauchen sie, gebrauchen sie gerade dann, wenn sie das Höchste, das Größte ausdrücken wollen. Aber eigentlich finden sie auch damit recht wenig Verständnis. So klingt in einer ganz wunderbaren Weise aus dem ersten Teil des «Faust» ein Wort heraus, das oftmals zitiert wird, von dem man aber findet, daß es kaum wirklich verstanden wird. Es ist das Wort, das ertönt im «Faust», nachdem Faust das Buch des Nostradamus aufgeschlagen hat, das Zeichen des Makrokosmos erblickt und dann in die Worte ausbricht:
Cite:
GA 229/1923-10-13/p003 · edition original