Fünfter Vortrag

GA 229/1923-10-13/p033 ·1923-10-13 · original (original)
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Und nun kommt ein Geheimnis, von dem man auch findet, daß es in alten Zeiten den Menschen geläufig war, aber es ist eigentlich ganz erloschen. Derjenige, der heute den Hippokrates lesen kann, ja, vielleicht derjenige, der den Galen nicht lesen, sondern etwas interpretieren kann, der merkt, daß bei Hippokrates, selbst bei Galen, den alten Medizinern, noch etwas lebt von dem, was eigentlich ein großes menschliches Geheimnis ist. In unserem Atmungssystem walten die heilenden Kräfte, sie heilen uns fortwährend. Unsere Atmung ist fortwährend eine Heilung. Aber wenn diese Atmungskräfte heraufkommen in das menschliche Haupt, dann werden die heilenden Kräfte die geistigen Kräfte des Menschen, die in Sinneswahrnehmung, im Denken wirken. Und daß das Denken, das Wahrnehmen, das innerliche Geistleben des Menschen die höhere Metamorphose der Therapie, der Heilung ist, daß dasjenige, was zwischen dem Kopf und dem Stoflwechselsystem des Menschen als das Atmungs-Heilungssystem liegt gewissermaßen noch weiter nach oben getrieben, als wenn es als heilende Kräfte wirkt — die Grundlage ist, die stoffliche Grundlage für das Geistleben des Menschen: das ist das Geheimnis, das man einmal gewußt hat, das bei Hippokrates fast ganz deutlich gelesen, bei Galen wenigstens noch interpretiert werden kann.

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