Zehnter Vortrag

GA 230/1923-11-09/p017 ·1923-11-09 · original (original)
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Wir werden dieses, was vielleicht zunächst als Torheit der Weltorganisation erscheinen könnte: daß da im Menschen etwas beginnt, was, wenn es nicht auf halbem Wege aufgehalten würde, den Menschen krank machen würde, wir werden das als etwas vom Weisesten in den nächsten Vorträgen kennenlernen. Aber jetzt wollen wir es einstweilen der Tatsächlichkeit nach betrachten, wollen in Betracht ziehen, daß uns die Einzelheiten der Stoffwechselvorgänge, wenn wir sie innerlich ihrem Wesen nach studieren, antworten würden: Wir sind auf dem Wege, den ganzen Organismus krank zu machen. Jeder Stoffwechselvorgang, fortgesetzt, macht den Organismus krank. Es müssen eben schon, wenn überhaupt Stoffwechsel im Menschen sein soll, andere Prozesse da sein, die vorher in ihren Anlagen entwickelt sein müssen, und das sind die Vorgänge, welche in der Zirkulation vorhanden sind; das sind die Zirkulationsvorgänge. Die Zirkulationsvorgänge enthalten fortwährend heilende Prozesse. So daß der Mensch tatsächlich auch so beschrieben werden kann, daß man sagt: Der Mensch ist während der alten Mondenentwickelung als Patient geboren worden, und ihm ist vorausgeschickt worden in seiner eigenen Natur während der alten Sonnenentwickelung der Arzt. Während der alten Sonnenentwickelung ist der Mensch in bezug auf seine eigene Natur als Arzt geboren worden. Es ist sehr vorsichtig gewesen in der Weltenentwickelung, daß der Arzt vor dem Patienten entstanden ist, denn während der alten Mondenentwickelung ist der Patient im Menschen selber dazugekommen. Man muß, wenn man den Menschen richtig beschreiben will, aufrücken von den Stoffwechselvorgängen zu den Zirkulationsvorgängen, natürlich zu alledem, was als Impulse den Zirkulationsvorgängen zugrunde liegt. Der eine Stoff bewirkt schnellere, der andere langsamere Zirkulation im weitesten Sinne. Wir haben ja auch ganz kleine Zirkulationsvorgänge in uns. Nehmen Sie irgendwelche mineralischen Stoffe, nehmen Sie Gold, nehmen Sie Kupfer, alles ist, wenn es dem Menschen auf die eine oder andere Weise innerlich oder durch Injektion oder sonst irgendwie zugeführt wird, die Veranlassung, daß irgend etwas in der Zirkulation sich gestaltet, ändert, gesundend wirkt und so weiter. Und was man kennen muß, um hineinzuschauen in die eigentlichen Heilungsprozesse des Menschen, das ist, was jeder einzelne Stoff der Weltumgebung des Menschen auslöst im Menschen in bezug auf Zirkulationsänderungen. So daß wir sagen können: die Zirkulation ist ein fortwährender Heilungsprozeß.

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Cite: GA 230/1923-11-09/p017 · edition original