Zehnter Vortrag

GA 230/1923-11-09/p018 ·1923-11-09 · original (original)
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Sie können es, ich möchte sagen, errechnen, wenn Sie es wollen. Bedenken Sie, was ich Ihnen gesagt habe: im Durchschnitt hat der Mensch achtzehn Atemzüge in der Minute. Das gibt in außerordentlich regelmäßiger Anpassung an den Kosmos während des Tages so viel Atemzüge, als der Zirkulationsrhythmus der Sonne beim Durchgehen durch das Sonnenjahr ausmacht. Da aber geht die Sonne in ihrem Frühlingsaufgangspunkt in 25920 Jahren durch das Ganze durch. Der Mensch hat in seinem mittleren Alter am Tage durchschnittlich 25 920 Atemzüge. Die Pulsschläge sind viermal mehr. Die andere Zirkulation, die mehr innerlich konzentrierte Zirkulation, ist beeinflußt von dem Stoffwechsel. Die Atmungszirkulation ist das, was dem äußeren Verkehre des Menschen mit der Außenwelt entspricht, was das Wechselverhältnis zur Außenwelt ist. Dieser Atmungsrhythmus muß fortwährend den Zirkulationsrhythmus bändigen, daß er bei seinen vieren bleibt, sonst kommt der Mensch mit seinem Zirkulationsrhythmus in einen ganz unregelmäßigen Rhythmus, nicht in die Zahl 103680 hinein. Das ist etwas, dem nichts im Kosmos entspricht. Da reißt sich der Mensch ganz aus dem Kosmos heraus. Sein Stoffwechsel reißt ihn aus dem Kosmos heraus, macht ihn fremd dem Kosmos, und der Atmungsrhythmus reißt fortwährend in den Kosmos hinein. In diesem Dividieren und in diesem Bändigen des Zirkulationsrhythmus durch den Atmungsrhythmus sehen Sie den Urheilungsprozeß, der fortwährend in dem Menschen ausgeführt wird. Aber in einer gewissen feineren Weise muß man mit jeder inneren Heilung dem Atmungsprozeß, der sich ja in einer gewissen Weise in den ganzen Körper hinein fortsetzt, so zu Hilfe kommen, daß er überall im Menschen den Zirkulationsprozeß bändigt, ihn zurückführt auf die allgemeinen Verhältnisse des Kosmos.

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Cite: GA 230/1923-11-09/p018 · edition original