Zehnter Vortrag

GA 230/1923-11-09/p027 ·1923-11-09 · original (original)
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Der pädagogische Künstler muß auf geistige Art durchaus arbeiten mit den Kräften, die, ins Physische verdichtet, oder ins Ätherische verdichtet, Heilungsvorgänge sind. Tue ich irgend etwas an einem Kinde in pädagogischer Kunst, so ist das ein Vorgang, dem etwas Geistiges zugrunde liegt. Wenn ich mir diesen Vorgang übersetze, so daß ich das, was ich da im Geiste ausführe, jetzt dadurch ausführe, daß ich irgendein Stoffliches oder einen Prozeß anwende, so ist dieser Prozeß oder dieser Stoff ein Heilmittel. Man könnte auch sagen: Medizin ist die Metamorphosierung der geistigen Behandlung des Menschen hinunter ins Stoffliche. Wenn Sie sich erinnern, wie ich die Dinge angedeutet habe in dem Lehrerkursus, der dazumal für die englischen Besucher abgehalten wurde, so werden Sie sehen, wie ich überall darauf aufmerksam gemacht habe, wie in dem, was der Lehrer tut, mit einer Art allgemeiner menschlicher Therapie begonnen wird, wie diese oder jene pädagogische Maßnahme im späteren Lebensalter ungesunde Stoffwechselablagerungen oder Aufsaugen des unregelmäßigen Stoffwechsels verursachen kann. So daß das, was der Pädagoge tut, nach unten fortgesetzt, Therapie gibt. Und das Gegenbild der Therapie, das, was von unten nach oben strebt, das sind die Stoffwechselvorgänge.

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Cite: GA 230/1923-11-09/p027 · edition original