Zweiter Vortrag

GA 232/1923-11-24/p007 ·1923-11-24 · original (original)
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Allerdings, die heutige Menschheit geht mit solchen Dingen etwas oberflächlich, man könnte sogar sagen, etwas gedankenlos um. Ich habe gerade heute morgen ein Buch gelesen auf einer Fahrt, das über einen Herrscher aus einem bekannten, jetzt vergangenen Herrscherhause handelte, und das sich mit der Frage der Vererbung in diesem Herrscherhause befaßt. Da werden bis ins siebente Jahrhundert zurück Eigenschaften angegeben, die sich immer wiederum vererbten. Nur findet sich in diesem Buch dann bezüglich dieser Vererbung ein eigentümlicher Satz. Der lautet etwa folgendermaßen: In diesem Herrscherhause sind Leute, die auffällig zeigen, daß sie neigen zu Extravaganzen, daß sie neigen zu Paradoxien des Lebens, zu Ausschweifungen und so weiter, aber es gibt auch noch Mitglieder dieses Herrscherhauses, die all das nicht haben. Sie sehen: eine eigentümliche Art, zu denken! Denn man sollte eigentlich voraussetzen, daß jemand, der so etwas bemerkt, sich sagen müßte: Aus solchen Voraussetzungen kann man überhaupt nichts schließen. Wenn Sie aber durchgehen vieles von dem, was in der Gegenwart zu sogenannten sicheren Ansichten führt, da werden Sie vieles dergleichen finden.

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Cite: GA 232/1923-11-24/p007 · edition original