{"corpus":"steiner","locus":"GA 232/1923-11-24/p042","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In dem, was in der Atmosphäre sich an flutendem Lichte über die Wolken hinlagert, da leben nun ebenso die luziferischen Geister, wie im aufsteigenden Nebel die ahrimanischen Geister. Und im Grunde genommen ist es für denjenigen, der nun in der richtigen Weise bewußt mit Imagination so etwas anschauen kann, so, daß er, wenn es ihm gelingt, das gewöhnliche Denken mitgehen zu lassen mit den die Gestalten und Farben verwandelnden Wolken, wenn er sozusagen seinen Gedanken die Möglichkeit gibt, statt scharfe Umrisse zu haben, sich zu metamorphosieren, sich zu wandeln, wenn die Gedanken selber so weit und wieder eng werden, wenn sie mitgehen mit den Wolkengebilden, wenn sie Gestalt und Farben der Wolkenbildungen mitmachen: dann ist es so, daß der Mensch wirklich beginnt, dieses Farbenspiel über den Wolken, insbesondere des Abend- und Morgenhimmels, anzusehen wie ein Farbenmeer, in dem sich luziferische Gestalten bewegen. Und wenn beim Menschen durch den aufsteigenden Nebel Stimmungen der Melancholie angeregt werden, dann ist es hier so, daß seine Gedanken, damit aber auch sein Gemüt gewissermaßen in einer übermenschlichen Freiheit atmen lernen beim Anblicke dieses luzifetisch flutenden Lichtmeeres. Das ist eine besondere Beziehung, die der Mensch zu der Umgebung eingehen kann, denn da kann er tatsächlich bis zu dem Gefühle sich aufschwingen, daß sein Denken ist wie ein ‚Atmen im Lichte. Der Mensch fühlt das Denken wie ein Atmen, aber wie ein Atmen im Lichte. Gerade wenn Sie dies durchmachen wollen, werden Sie besser verstehen die eine Stelle in meinen Mysteriendramen, wo gesprochen wird von den Wesen, die Licht atmen dürfen. Der Mensch kann schon ein Vorgefühl bekommen von dem, was solche Wesen sind als Atmungswesen des Lichtes, wenn er so etwas, wie ich es beschrieben habe, durchmacht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1923-11-24","location":null,"word_count":281,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/232/1923-11-24/p042","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/232/1923-11-24/p042"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/232/1923-11-24/p042","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}