Fünfter Vortrag
Wir sind ja gewohnt heute, die Erde gewissermaßen als abgeschlossen in der Form anzusehen, wie sie heute dem Menschen entgegenttritt. Wir leben als Menschen auf dem Kontinente, sind da umgeben von dem, was die Erde zu tragen vermag an Pflanzen, an Landtieren, an Lufttieren und so weiter. Wir wissen, daß wir selbst in einer Art von Luftmeer der Atmosphäre leben, die die Erde umgibt; daß wir aus diesem Luftmeer den Sauerstoff in uns aufnehmen, daß aber auch unser Verhältnis zum Stickstoff eine gewisse Rolle spielt. Aber wir stellen uns im allgemeinen vor, daß uns da eben der Luftkreis umgibt, bestehend aus Sauerstoff und Stickstoff. Wir schauen dann hin auf die Ozeane, auf die Meere und bekommen eben - weitere Einzelheiten brauche ich ja nicht zu erwähnen - ein Bild dessen, was wir als den Planeten vorstellen, den wir im Weltenall bewohnen. Nun sehen Sie, so wie da die Erde jetzt ist, war sie aber nicht immer, sondern sie hat sogar sehr starke, gewaltige Verwandlungen durchgemacht. Gehen wir zu den Zeiträumen, auf die ich eben jetzt hingedeutet habe, zurück, gehen wir nur ins lemurische Zeitalter und etwas weiter zurück, dann finden wir eine ganz andere Erdbeschaffenheit als jetzt.
Cite:
GA 232/1923-12-01/p005 · edition original