{"corpus":"steiner","locus":"GA 232/1923-12-01/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und man muß noch etwas anderes sagen: Wenn man heute Mensch ist und eben durch die Verwandtschaft mit der Metallität der Erde sich zurückversetzt in jene Zeiten, dann ist es einem so, als ob das alles zu einem selber gehörte, als ob man etwas zu tun hätte mit dem, was dazumal in der Atmosphäre ergrünte und vergrünte. Wirklich, wenn man sich heute an seine eigene Kindheit erinnert, so ist das die Erinnerung an eine kurze Spanne Zeit. Aber wenn Sie sich an einen Schmerz, den Sie in der Kindheit durchgemacht haben, erinnern, so ist das etwas, was zu Ihnen gehört. So wird in diesem durch die Metallität der Erde angeregten kosmischen Zurückerinnern dieser Vorgang des Ergrünens und Vergrünens wie etwas, das zu Ihnen selbst gehört. Man war dazumal schon als Mensch mit der Erde, die in dieser wäßrigen Eiweiß-Atmosphäre lebte, verbunden, aber so, daß man als Mensch noch ganz geistig war. Aber man drückt ein Richtiges aus, wenn man sagt— es ist so, daß man zugleich die Vorstellung gewinnen muß -: Diese Pflanzen, die man da in der Atmosphäre sieht, die sind für die damalige Zeit Abscheidungen, Absonderungen des Menschlichen. Der Mensch setzt das aus seiner Wesenheit, die noch mit der ganzen Erde eines ist, heraus. Und er muß diese Vorstellung noch für etwas ganz anderes haben, was er da heraussetzt. Es geschieht nämlich auch folgendes. Alles, was ich bisher beschrieben habe, das ist dadurch bewirkt, daß schon früher das Kieselsäureartige in der Atmosphäre abgesetzt ist in der Wachsform, von der ich gesprochen habe. Aber sonst ist ja überall diese Eiweiß-Atmosphäre da. Auf die wirkt der Kosmos; auf die wirken die unendlich mannigfaltigen Kräfte, die vom Kosmos überall auf die Erde niederstrahlen, jene Kräfte, von denen unsere heutige Erkenntnis gar nichts wissen will. Daher ist unsere heutige Erkenntnis eben gar keine wirkliche Erkenntnis, weil das Mannigfaltigste, was auf der Erde vorgeht, eben nicht vorgehen würde, wenn es nicht überall von kosmischen Impulsen und kosmischen Kräften bewirkt wäre. Indem nun der heutige Gelehrte gar nicht von diesen kosmischen Kräften spricht, spricht er überhaupt nicht von der Wirklichkeit. Er nimmt ja nirgends Rücksicht auf dasjenige, was eigentlich lebt. Selbst in dem kleinsten Präparat, das man durch irgendein Mikroskop ansieht, leben nicht nur irdische, leben kosmische Kräfte. Und ohne daß man auf diese Rücksicht nimmt, hat man nicht die Wirklichkeit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1923-12-01","location":null,"word_count":387,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/232/1923-12-01/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/232/1923-12-01/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/232/1923-12-01/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}