Zehnter Vortrag

GA 232/1923-12-14/p027 ·1923-12-14 · original (original)
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Meine lieben Freunde, wenn sich der heutige Mensch anschaut diese Naturvorgänge, anschaut diese Naturprodukte - es ist ja alles tot, es ist ja alles Leichnam. Und wenn wir in der Physik oder Chemie herumhantieren, was tun wir anderes, als mit der Natur dasselbe machen, was schließlich der Anatom macht, wenn er im Seziersaal die Leiche zerschneidet, wo er das Tote von dem hat, dessen Bestimmung das Leben ist. So schneiden wir mit unserer Chemie, mit unserer Physik in die lebendige Natur hinein. Aber dem griechischen Schüler war eben eine andere Naturwissenschaft gegeben: die Naturwissenschaft des Lebendigen, die ihn das heutige Blei anschauen ließ wie den Leichnam des Bleies. Man muß zurückgehen in die Zeiten, wo das Blei gelebt hat. Da wurde ihm die geheimnisvolle Beziehung des Menschen zum Weltenall, die geheimnisvolle Beziehung des Menschen zu dem, was um ihn herum ist im Irdischen, klar.

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