Zehnter Vortrag

GA 232/1923-12-14/p037 ·1923-12-14 · original (original)
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Und was auf die Art gekommen war, wie ich es Ihnen das letzte Mal erzählt habe, was gekommen war dadurch, daß man zurückweisen mußte die Mysterienweisheit von Hybernia und nur an dasjenige anknüpfen konnte, was wiederum Tradition war des sinnlich sich Abspielenden im Beginne der Zeitrechnung, das verband sich mit dem, was ausgesondert wurde von der bei Aristoteles sich noch findenden Weisheit des Plato, bzw. Weisheit der eleusinischen Mysterien. Für das aber, was das eigentlich Naturwissenschaftliche war, was in sich noch den Geist trug der chthonischen Mysterien, die dann nur in die eleusinischen eingeflossen waren, was eine Naturwissenschaft war, die nach dem Himmel hinausreichte, die in die Weiten des Kosmos hinausschweifte, um das Irdische zu erklären, für diese Naturwissenschaft war in Griechenland die Zeit vorbei. Und so viel noch gerettet werden sollte von dieser Naturwissenschaft, so viel konnte nur auf die Art gerettet werden, daß Aristoteles der Lehrer des Alexander wurde, der seine Züge nach Asien hinüber machte, und der alles, was möglich war, einführte nach dem Oriente von aristotelischer Naturwissenschaft, die dann überging in die jüdischen, in die arabischen Schulen, von da aus über Afrika nach Spanien herüberkam und die in filtrierter Weise zum Teil in dasjenige hereinwirkte, was in Mitteleuropa so spielte, wie ich es Ihnen gezeigt habe, aus den hybernischen Mysterien heraus bei einzelnen einsamen Menschen. Theophrast hat den Kirchenlehrern des Mittelalters seinen Aristoteles gegeben. Alexander der Große hat nach Asien hinüber den andern Aristoteles getragen: jene eleusinische Weisheit, die in ungeheurer Abschwächung dann durch Afrika nach Spanien gekommen war und aufleuchtet im Mittelalter, trotz der allgemeinen Zivilisation sogar in einzelnen Klöstern gepflegt worden ist — zum Beispiel von dem, ich möchte sagen, in mythischer Form auf die Nachwelt gekommenen Basilius Valentinus. Das lebt da drinnen, das lebt, möchte ich sagen, unter der Oberfläche, während auf der Oberfläche eben diejenige Kultur lebt, von der ich Ihnen schon das letzte Mal gesprochen habe. Denn in alledem, was die allgemeine Zivilisation war, in alledem lebt nicht das, was eben auch noch zu Aristoteles Zeiten gelehrt werden konnte: Der Christus muß wirklich erkannt werden.

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